Wunderschöne Ansicht auf den Badeturm in Friedrichskoog-Spitze von der Strandpromenade aus in den Sonnenuntergang

Mein Friedrichskoog

Porträtreihe

Friedrichskooger Bewohner erzählen, warum dieser Küstenort ihre Heimat ist

Friedrichskoog und seine Gemeinschaft

Friedrichskoog lebt von Menschen, die diesen Nordseeort mit ihrer Heimatliebe und ihrer tiefen Verbundenheit zur Küste prägen. Deshalb stellen wir sie hier vor!
Ihre Geschichten erzählen von einem Leben, das vom Meereswind, den Gezeiten und von einer Ruhe begleitet wird, die nur hier zu finden ist. Jede Stimme zeigt, weshalb Friedrichskoog stärkt, inspiriert und ein Gefühl von Ankommen schenkt. Die Porträts laden dazu ein, diesen Stimmen zu begegnen und zu verstehen, weshalb Friedrichskoog für sie weit mehr ist als ein Wohnort. Diese Einblicke öffnen Wege zu den Menschen, die bleiben, weil sie hier Kraft, Weite und ihren vertrauten Platz im Leben haben. Ihre Verbundenheit macht sichtbar, weshalb Friedrichskoog nicht nur Urlaubsort, sondern Lebensraum mit viel Gefühl ist. Wir laden herzlich ein, die Menschen aus dem Ort kennenzulernen und zu spüren, was Friedrichskoog an der Nordsee so einzigartig macht. Gerne geben wir im Tourismus-Service weitere Informationen oder stellen Kontakt her. 
 

Porträt

Petra Wilkens

Wer an Alpakas denkt, hat wahrscheinlich erst einmal die Anden und Peru im Kopf. Von dort stammen nämlich die drolligen Tiere, die wegen ihrer Wolle in Südamerika gezüchtet werden. Dass sie in einem Nordseeküstenort wie Friedrichskoog seit fünf Jahren zu finden sind, erscheint dann vielleicht erstmal etwas skurril.
Doch so wie die Tiere „zugezogen“ sind, ist es auch die Frau, die mit ihnen auf dem Alpakahof in Friedrichskoog lebt. Petra Wilkens kam vor 20 Jahren der Liebe wegen an die Nordsee. Sie lernte ihren Mann, einen Landwirt,  kennen, verliebte sich und heiratete „auf den Altfelder Hof ein“. „Zugereiste“ nennt man sie hier, doch sie ist längst mit Leib & Seele ein Teil von Friedrichskoog: „Undenkbar, jemals wegzugehen. Ich liebe mein Leben hier!“ Und das nicht nur wegen Meer, Land, Luft, Familie, Verwandtschaft, Freunde, sondern auch wegen ihrer „Fellkinder“, den Alpakas.

 

Doch wie kam es zu den neuen Familienmitgliedern? Als ihre eine Tochter neun Jahre alt war, wünschte sie sich ein eigenes Tier. Durch das Wohnen auf dem Altfelder Hof waren die Möglichkeiten größer als bei anderen Tierliebenden. Ein Hund sollte es nicht sein, über Hängebauchschwein und Ziegen wurde nachgedacht, aber die Gedanken daran verworfen. Sofort „verliebt“ war die Tochter aber bei einem Besuch in einem Tierpark in Niedersachsen, als sie auf Alpakas traf. Und auch Petra und ihr Mann konnten sich gut vorstellen, dieser Art von Tieren ein Zuhause zu geben. Ein Züchter in der Nähe ward gefunden. Schon bald zogen die ersten Tiere auf dem Hof ein und sorgten im Laufe der Jahre mit anderen auch für Nachwuchs. Heute gehören daher Stan, Oli, Sirius, Chanel, Aniça, Paco, Frederiko und die kleine Sofia zur Familie Wilkens und werden innig geliebt.

Was aber machen diese besonderen Felltiere mit den Menschen zusätzlich dazu, dass sie die Blicke aufgrund ihrer Einzigartigkeit auf sich ziehen? Petra sieht eine Begegnung mit ihnen als wahre Wohltat und Bereicherung: „ Wer sich mit Alpakas umgibt, entschleunigt. Sie sind Distanztiere, aber sehr neugierig. Vor allem sind sie sanft! Bei ihnen ist man ruhig und geduldig, denn nur das lieben und akzeptieren sie“, so die „Alpakamama". Wer auch einmal in den Genuss der Nähe dieser besonderen Tiere kommen will, ist herzlich eingeladen, die Wilkens und ihre Alpakas auf dem Altfelder Alpakahof im Altfelder Weg mit Voranmeldung zu besuchen. Hier können sogar persönliche Fütterungen und Spaziergänge gebucht werden.

Eine Sache hat Petra Wilkens neben der Betreuung, Pflege und Auf(zucht) der lieben "Fellkinder" noch für sich entdeckt: „Jetzt fange ich an, zu spinnen!“ und das im wahren Sinne des Wortes. Denn auch Alpakas müssen regelmäßig geschoren werden. Zuvor wurde die Rohwolle, ein bis eineinhalb Kilo pro Tier, immer zur Verwertung weitergegeben. Just kaufte sich Petra aber ein Zwei-Tritt-Spinnrad und übt bereits fleißg, Vlies zu spinnen. Sie freut sich schon sehr darauf, Wolle in den Farben ihrer Lieblinge zu produzieren: von Schwarz, Grau über Braun bis hin zu verschiedenen Weißtönen.

PORTRÄT

Tim Böge

Ein Pfundskerl, so würde ihn wahrscheinlich ein Bayer nennen.Tim Böge, auch liebevoll von allen„Hasi“ genannt, hat das Herz am rechten Fleck und setzt sich aus Leidenschaft für seinen Heimatort ein. Der Friedrichskooger ist gelernter Maurer, als Wasserbauer tätig und betreibt, gemeinsam mit seinem Bruder das Bierquarium am Alten Hafen in Friedrichskoog. Unterstützt wird er, wie er sagt „von seinen tollen Angestellten“. Auch seine liebe Partnerin steht ihm zur Seite. Und Vater Henry ist ihm zudem eine große und wertvolle Stütze: „Papa macht alles, er hilft, wo er kann, repariert und nimmt sogar auch mal Schrubber und Feudel in die Hand!"
Für Tim ist das Bierquarium aber nicht einfach nur eine Kneipe oder Gaststätte, sondern, wie er sagt, „ein Treffpunkt“. Als er 2020 den damaligen Kiosk am Alten Hafen  entdeckte, wusste er gleich, dass er einen Ort der Begegnung schaffen wollte.

Und das für alle Gäste – Einheimische wie Urlauber. Genau das ist es heute: Ein Ort der Begegnung, an den Gäste von nah und fern kommen. Tim Böge kennt sie alle. Jede und jeder Einzelne ist immer herzlich willkommen: „Für mich ist das wie eine große Familie, die sich bei uns im Bierquarium trifft. Da ist es auch egal, ob es Einheimische, Zugezogene oder Urlauber sind. Wir verstehen uns alle super. Die Stimmung ist immer gut!“ Vom Alter sei es gemischt, er habe sogar ein älteres Ehepaar, das sei um die 70 Jahre und gerne da. Wer Lust hat, ihn und seine „Mannschaft“ zu besuchen, kann das übrigens dienstags bis samstags von 17:00 bis 23:00 Uhr und sonntags von 10:30 bis 19:00 Uhr.

Tim ist aber nicht nur ein geselliger, sondern auch ein ziemlich sportlich aktiver Mensch. Er leitet sie und spielt Fußball in der erfolgreichen 3. Herrenmannschaft des TSV Friedrichskoog. Ein Teamplayer durch und durch, der auf jeden  Erfolg der Mannschaft mächtig stolz ist! Wenn man ihn fragt, was seine Kindheit und Jugend in Friedrichskoog ausgemacht, dann klingt es wie das pure Glück. Denn er erzählt von Freiheit, vom Fußballspielen hinter der Schleuse, vom Baden hinter dem Hafen, vom Schlafen in den Heuhaufen beim Bauern und von den Sommerferien mit der Clique. So kennt er auch noch das Leben im Hafen, als es noch Fischer gab, die mit ihren Kuttern Krabben reinholten „Wir hatten die größte Anzahl an Kuttern an der Küste“. Es habe sehr geschmerzt, als 2014 der Betrieb zu Ende ging. Und noch heute ist Wehmut dabei, wenn er den Hafen betrachtet. Doch vielleicht passiere auch hier etwas mehr, das hofft er sehr.

 

Porträt

Matthias Claußen 

Matthias Claußen ist Friedrichskooger mit Leib und Seele. Ein sanfter, ruhiger Mann, der mit Bedacht spricht und dem man gerne zuhört. Seine Familie ist seit Generationen tief in Friedrichskoog verwurzelt. Nur die Omas zogen einst zu, eine aus dem Nachbarort Kronprinzenkoog, die andere aus dem Sudetenland. Für ihn bedeutet Friedrichskoog alles: „Hier gehöre ich hin!“
Von Jugend an fühlt er sich wohl in Gemeinschaft mit Verantwortung und ging mit 16 Jahren zur Feuerwehr. Heute ist der gelernte Elekto-Installateur, neben seinem Job als Anlagenwart bei Harbour Energy, Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr Friedrichskoog. Er ist mit seinem Team da, wenn es im wahrsten Sinne des Wortes „brennt“. Doch nicht nur dann, egal, weshalb und wohin die Feuerwehr ausrücken muss, Matthias Claußen ist an erster Stelle dabei: „Sicherheit ist wichtig für Einheimische, Urlauber und Besucher. Wir haben fünf Fahrzeuge und sind in sechs bis acht Minuten da. In unserem Team gibt es 40 Aktive, im Alter von 18 bis 67 Jahren und natürlich Ehrenmitglieder wie zum Beispiel meinen Vater.“

In der Veränderung durch die Baumaßnahmen mit Deichverstärkung und des Areals Trischendiek sieht er eine große Chance: „Es ist ein gutes Gefühl, dass der Deich uns allen jetzt die nächsten 30 Jahre Sicherheit gibt. Die Attraktivierung und Modernisierung in Friedrichskoog-Spitze mit Trischendiek Park samt dem großen Deichplatz, der Parktribüne mit Blick auf Meer und Park und der bald ganz vollendete Trischendiek Strand mit Liegen, Steg und Co. sind ein großer Mehrwert und eine Bereicherung des Ortes.“ Friedrichskoog habe in den vergangenen Jahren einstecken müssen, doch jetzt sei der „Dornröschenschlaf“ vorbei. Matthias Claußen liebt seinen Ort aber nicht nur als Heimat, er sieht auch den Tourismus: „ Der ist eine wichtige Einnahmequelle! “ Durch das „neue Friedrichskoog“ hofft er, dass der Standard des beliebten Urlaubortes noch um einiges gesteigert wird. Er freut sich auf ein neues Jahr in der Friedrichskooger Gemeinschaft, ein 2026 mit vielen Besuchern und Urlaubern von nah und fern.